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Agnostic Front - Biographie

"Für mich ist Hardcore Punk eine Bewegung, und nicht zwei unterschiedliche Musikstile" spricht Roger Miret, seines Zeichens Sänger der NY Hardcorelegende Agnostic Front. Auf Biohazards "Uncivilization" singt der ursprünglich aus Kuba stammende Idealist im Song "Unified", er sei der "Godfather of Hardcore". Wer würde es wagen, ihm zu widersprechen?

Doch noch vor Agnostic Front steht der Name Zoo Crew. Eigentlich steht der Titel "Godfather of Hardcore" noch mehr Vinnie Stigma (g) zu, der auch ein Tattoo Studio in New York sein eigen nennt, und derjenige ist, der 1982 den Namen Agnostic Front aufwirft. Mit einer elfminütigen 'LP' namens "Victim In Pain" erschaffen die beiden zusammen mit Adam Moochie (b) und Ray Beez (dr) einen Sound, der noch eine Spur dreckiger und härter als Punk ist, leichte Schlagseite in Richtung Metal aufweist und schließlich als Hardcore in die Musikgeschichte eingeht. Ähnlich wie Kollegen von Minor Threat, Sick Of It All, den Dead Kennedys oder Black Flag machen sie Musik aus Überzeugung und um etwas zu bewegen, aber nicht, um damit reich zu werden.

Über die Jahre wechseln die Besetzungen am Bass und am Schlagzeug, nur Vinni und Roger bleiben die beiden Konstanten in der Band. Rob Cabula, der auf der zweiten und dritten Scheibe schon den Bass bedient, kehrt nach neun Jahren zur Band zurück und spielt weitere drei Platten ein, bevor Mike Gallo seinen Job übernimmt. Auch die zweite Gitarre, die je zwei Alben Steve Martin und anschließend Matt Henderson bedient, ist ab "Raw Unleashed" quasi nicht mehr existent, da Roger im Notfall selbst zur Klampfe greift. Will Shepler hält es insgesamt von '87 bis '93 an den Drums aus, bis Jim Coletti ihn ablöst, der auch schon auf "Victim In Pain" den Beat angab.

Diverse Unstimmigkeiten machen der Band Probleme, wie zum Beispiel der Knastbesuch von Sänger Roger oder dessen gebrochener Rücken, diverse Scheidungen, die üblichen Abzockereien von Labels und vermeintlichen Freunden. Trotzdem sind sie neben SOIA beinahe die einzigen, die immer noch dabei sind und der Szene noch den einen oder anderen frischen Impuls geben. Den Überlebenskampf, über den Biohazard so gerne singen, haben diese Jungs am eigenen Leib erfahren und sie leben nach wie vor in der Gegend, in der sie aufgewachsen sind.

Nach "Last Warning" und der Live Scheibe "Raw Unleashed" scheint der Ofen erst mal aus, doch mit "Something's Gotta Give" melden sie sich '98 wieder mächtig zurück. Die Metal-Komponente tritt wieder etwas in den Hintergrund, man spricht von einem Schritt "Back to the Roots". Roger, der sich zwischenzeitlich mit dem Reparieren von Harley Davidsons über Wasser hält, arbeitet auf der Scheibe unter anderem mit Peter Steel von Type O Negative zusammen. Erstmals spielt man in Holland auf dem renommierten Dynamo Open Air im Zusammenhang mit einer Tour durch Europa, Japan, Australien, Südamerika und den USA.

Zusammen mit Rancid-Drummer Lars Fredericksen als Produzent spielen sie "Riot! Riot! Upstart" ein, und die Band tourt unter anderem in Deutschland, wo sie auch vor Apocalyptica auftritt. Auch werden die Nebenprojekte der einzelnen Bandmitglieder immer unübersichtlicher. Lady Luck, Loved And Hated und Kiss Kiss, Kill Kill sind nur einige davon. Eine der wichtigsten ist wohl aber Madball, die Band die Vinnie zusammen mit Rogers jüngerem Bruder Freddie Cricien während einer längeren Auszeit von Agnostic Front gründet. Madball entwickeln sich schnell zu einer eigenen, respektierten Band und haben es inzwischen auf insgesamt fünf Scheiben gebracht, Vinnie zählt aber nicht mehr zum festen Line-Up.

Mit "Dead Yuppies" legen Agnostic Front dann 2001 wieder nach, und mit 14 Songs auf 30 Minuten Spielzeit machen sie unmissverständlich klar, dass der NY Hardcore auch im neuen Jahrtausend noch hervorragend funktioniert. Roger ist anschließend einige Zeit mit seinem Projekt Roger Miret And The Disasters unterwegs und veröffentlich Ende 2002 auch eine CD mit den Jungs. Auch sind sie dabei unterwegs und scheuen sich nicht davor, in den kleinsten Clubs zu spielen und danach mit den Fans abzuhängen.

Doch auch Agnostic Front kommen nicht zu kurz. In Anlehnung an die Kultscheibe "One Voice" betiteln sie ihr nächstes Werk "Another Voice" und arbeiten mit einer der aktuellen Hardcore Ikonen, Jamey Jasta als Produzent zusammen. Mit ihm zusammen zimmern sie ein Album ein, das sämtliche Stärken der Band beinhaltet. Mit den beiden neuen Mitgliedern Lenny DiSclafani (g) und Steve Gallo (dr) geht es Anfang 2005 erst mit Hatebreed, Diecast und ein paar anderen Bands auf US-Tour, bevor mit Terror und Diecast auch Europa auf dem Plan steht.
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