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Chicago - Biographie

"Ach, das sind doch diese Schmuserocker aus Amerika, die mit "If You Leave Me Now" weltweit die Charts gestürmt haben, oder?" erinnert sich der ein oder andere und ist sich vielleicht nicht bewusst, dass die Band nun doch "etwas" mehr als nur diesen Hit produziert hat ...

Mittlerweile steht die Gruppe, die am 15. Februar 1967 in Chicago (wen wundert's?) gegründet wurde, seit über dreißig Jahren auf der Bühne. Dass es sich hier um Vollblutmusiker handelt, belegt auch wohl ihr großer musikalischer Output: Über 25 Alben und unzählige Tophits, ganz zu schweigen von den vielen Auszeichnungen, die sie im Laufe ihrer Karriere erhielt. So verwundert es nicht, dass Chicago neben den Beach Boys als eine der erfolgreichsten amerikanischen Rockbands aller Zeiten gelten.

Zwei Jahre bevor Neil Armstrong seinen berühmten Fuß auf Nachbar Mond setzte, gründeten also die sechs Musiker Walt Prazaider, Lee Loughnane, Terry Kath, Danny Seraphine, James Pankow und Robert Lamm ihre Band The Big Thing. Das besondere an dieser Formation war, dass sie als erste Rockband eine komplette Bläser-Sektion im Line-Up hatten - nur bei einigen R'n'B-Künstlern wie James Brown kamen bis dahin Bläser zum Einsatz. Schon im gleichen Jahr wurde ihnen große Ehre zuteil: Bei einem Auftritt in "The Whisky" (Los Angeles) war kein geringerer als Gitarrero Jimi Hendrix unter den Zuschauern, dem der Auftritt so gut gefiel, dass er die Kameraden gleich mit auf Tour nahm. Das gleiche war ihnen übrigens mit Janis Joplin nur wenige Monate vorher passiert.

Fehlte in der Bandbesetzung anfangs ein Mann am Bass, so kam Peter Cetera von der Band The Exceptions Ende '67 als siebtes Mitglied in die Band. Kurze Zeit später begann ihre Zusammenarbeit mit dem Manager und Produzenten Jim Guercio, der als erste Amtshandlung der Band den neuen Namen Chicago Transit Authority verpasste. Es dauerte nicht lange, da wurde aus dem doch recht langen Namen das kürzere Chicago.

Unter Vertrag bei Columbia Records nahmen sie '66 in Los Angeles ihr Debütalbum "Chicago Transit Authority" auf, das mit zwei Millionen verkauften Exemplaren und vier Charthits überaus erfolgreich war. Ihr besonderer Stil zeichnete sich dadurch aus, dass sie gekonnt Hardrock-, Pop-, Jazz- und Klassikelemente zusammen brachten. So ging es weiter: Jedes ihrer Alben erstürmte die Charts, wobei "Chicago X" ('76) sicher einer ihrer größten Erfolge war. Dieses Album enthielt mit der Ballade "If You Leave Me Now" den absoluten Chartbreaker, der weltweit lange auf Platz eins stand und zu einem der bekanntesten 70er Jahre Songs wurde.

Mit dem tragischen Tod des Gitarristen Terry Kath im Jahr 1978 gab es für die Band den ersten Knick in ihrer bis dahin so steilen Karriere. Die Auflösung stand schon kurz bevor. Doch die Musiker besannen sich und brachten in den folgenden Jahren die drei Alben "Hot Streets", "Chicago 13" und "Chicago XIV" heraus. Zur Erinnerung an den verstorbenen Gitarristen gründeten sie an der DePauls School Of Music, wo er damals studiert hatte, eine Stiftung. Bei Warner Bros. Records unterschrieben sie 1981/82 einen neuen Vertrag und schlossen dort an, wo sie bei den Aufnahmen für Columbia Records aufgehört hatten: Das mit dem Produzenten David Foster aufgenomme Album "Chicago 16" war wieder ein Verkaufsschlager, was nicht zuletzt an der Gold-Single "Hard To Say I'm Sorry" lag. Auch die folgenden Alben waren nicht minder erfolgreich, obwohl Peter Cetera 1985 die Band verließ, um eine Solo-Karriere zu starten.

Mittlerweile zur Kultband avanciert, gehören sie seit 1992 zum erlauchten Kreis derjenigen, die einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame ihr eigen nennen können. Ein Konzert mit dem Hollywood Bowl Orchestra stellt sicher einen weiteren Höhepunkt ihrer Laufbahn dar. Anlässlich ihrer 30-jährigen Bühnenkarriere nahmen sie dann 1997 für "The Heart Of Chicago 1967-1997" dreizehn ihrer größten Erfolge und zwei neue Songs auf, einer produziert von Lenny Kravitz. Ein Jahr später folgte "The Heart Of Chicago 1967-1998", das sie mit Roy Bittan aufnahmen, der auch das folgende Album produzierte.

Gründungsmitglied James Pankow lässt keine Müdigkeit aufkommen: "Not just the longevity, but we're still, in fact, a ticket in demand. Lets face it. We've outlasted some of the buildings we've played in" ...
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