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Christian Death - Biographie

Stände Petrus an der Pforte zum Gothic-Rock-Himmel und wachte peinlich genau darüber wer hier eingeht, so könnte man sich sicher sein, dass Christian Death vom Mann mit dem weißen langen Bart lächelnd eingelassen würden. Im Gegensatz zur eher schlicht und reduziert wirkenden Ästhetik britischer Gothic Bands wie Joy Division oder Bauhaus, konnten Christian Death ihre amerikanische Herkunft nie verbergen und inszenieren sich mit sicherem Gespür für die große Geste.

Sänger Rozz Williams gründet Christian Death 1981 in Los Angeles. Ein Jahr darauf entsteht das Debütalbum "Only Theatre Of Pain" mit dem Szenehit "Romeo's Distress". Das Album zählt heute zu den Klassikern des Gothic Genres. Das erste Line Up ist jedoch schon kurz danach Geschichte und so heuert Williams Pompeii 99 Sänger und Gitarrist Valor Kand an, der sich später nur noch Valor nennt. Dieser bringt auch gleich noch seine alten Bandkollegen Gitane Demone (Keyboards) und Drummer David Glass mit, die das neue Line Up komplettieren.

In dieser Formation spielen sie das 84er Album "Catastrophe Ballet" ein, das die Band in der besten Phase ihres Schaffens zeigt. Die rockige Energie früherer Tage wurde etwas zurück genommen, dafür verleihen Gitane Demones Stimme und ihre Horrorfilm-Synthieriffs den Songs neue Facetten. Rozz Williams brilliert ein letztes Mal an den Vocals, bevor er die Band 1985 verlässt. Mit "The Drowning", "As Evening Falls" und "This Glass House" schreiben Christian Death der Gothic-Szene einige zeitlose Klassiker ins Stammbuch.

Mit Valor als Songwriter nehmen die anti-religiösen und politischen Statements ab 1986 zu und auch musikalisch beschreitet die Band nun wieder härtere Pfade. 1989 verlässt Gitane Demone dann Christian Death, um sich ihrer Karriere als Jazz-Sängerin zu widmen, was sie mit Erfolg tut. Zu Beginn der 90er leben Christian Death von ihrem Ruf als Gothic-Pioniere. Der musikalische Output verflacht zusehends.

Mitte der 90er Jahre erweckt Rozz Williams Christian Death wieder zum Leben und auch Valor tourt unter demselben Namen durch die Lande. Beide wollen noch ein bisschen vom Mythos leben. Das ändert sich erst als der manisch depressive Rozz Williams 1998 Selbstmord begeht und das Erbe von Christian Death nun von Valor allein verwaltet wird.

Auf dem Album "Pornographic Messiah" sind die Lyrics und die Gitarren gleichermassen auf den Punkt gebracht und Christian Death überraschen mit frischem Punkrock. An der Eindeutigkeit der provozierenden Geste scheint sich auch im neuen Jahrtausend nichts geändert zu haben: "Born Against Anti Christian" gab 2001 den Startschuss.
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