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Rio Reiser

Rio Reiser, eingentlich Ralph Christian Möbius, (* 9. Januar 1950 in Berlin, † 20. August 1996 in Fresenhagen, Nordfriesland nach einem Kreislaufzusammenbruch) war ein deutscher Rockmusiker und Politiker, nach einem seiner Songs manchmal auch "König von Deutschland" genannt.

Rio Reiser war Frontmann der Band Ton Steine Scherben. Später auch Solo. Mitglied der Hausbesetzerszene in Berlin. Reiser machte deutschsprachige Rockmusik & Balladen. Es sind auch einige englisch- und italienischsprachige Stücke bekannt. Seinen letzten Lebensabschnitt verbrachte er auf seinem Bauernhof in Fresenhagen.

Einige Kritiker sagen, dass Rio Reiser ein neues Bild eines deutschen Volksmusiksängers erschuf; er wurde sogar als Schlagersänger bezeichnet. Für andere war er schlicht der Sänger in einer Rockband. Reiser akzeptierte es, als Volksmusiker bezeichnet zu werden, da er es so interpretierte, dass er Musik für das Volk mache.

Sein Vater war Ingenieur bei der Siemens AG, so dass die Familie mehrmals wegen seiner Arbeit umzog. Sie lebten in Berlin, Oberbayern, Nürnberg, Mannheim und Stuttgart. Reiser war nicht in der Lage, sich an irgendeinem dieser Orte zu Hause zu fühlen. Viele seiner Freunde sagten in einem Interview, das 1998 auf dem TV-Sender arte ausgestrahlt wurde, dass er mit dem Musik machen anfing, um sich einen Platz zu schaffen, an dem er sich heimisch fühlte.

Reiser war seinen Freunden als jemand mit einem eigenen Kopf bekannt. Beispielsweise überredete er seine Mutter Erika Möbius dazu, die Schule beenden und eine Ausbildung in einem Fotographiestudio anfangen zu dürfen. Sie glaubte, er sei ein Autodidakt; er lernte niemals etwas, was ihm von anderen beigebracht wurde. Also brachte er sich selbst das Spielen auf dem Cello, der Gitarre, dem Klavier und anderen Instrumenten bei.

Er entschied sich, seinen Namen wegen der Kurzgeschichte Anton Reiser vom Autor Karl-Philip Moritz von Ralph Möbius in Rio Reiser zu ändern. Während seiner Jugendjahre war Rio Reiser ein großer Fan der Beatles und später der Rolling Stones.

Nachdem er die Schule verlassen hatte, wurde Reiser Sänger der Rockband The Beat Kings, wo er seinen guten Freund R.P.S. Lanrue traf. Später brach er seine Ausbildung im Fotostudio ab und verließ die Beat Kings, um nach Berlin gehen zu können. In Berlin komponierte er die erste Beat-Oper, die jedoch nicht erfolgreich war.

Im Jahr 1970 nahm Reiser die erste Platte mit seiner Band Ton Steine Scherben auf. Ihr ursprünglicher Name war "Was ich fand, waren Ton, Steine, Scherben". Im selben Jahr gab die Gruppe den ersten Liveauftritt auf dem von Beate Uhse gesponserten Festival der Liebe. Ton, Steine, Scherben waren musikalisch erfolgreich, allerdings nicht im kommerziellen Sinne.

Im Jahr 1985 trennten sich Reiser und die Band aus finanziellen Gründen. Reiser hatte hohe Schulden bei der Gruppe, aber seine Solo-Karriere verlief so erfolgreich, dass er binnen kurzer Zeit schuldenfrei war. Annette Humpe, die gemeinsam mit Udo Arndt Reisers erstes Soloalbum Rio I. produzierte, stellte Kontakt zu George Glueck her. Sein erstes selbst aufgenommenes Album war König Von Deutschland. Viele seiner Freunde aus den Tagen von Ton, Steine, Scherben mochten es nicht, dass Reiser plötzlich ein kommerziell erfolgreicher Musiker wurde.

1988 gab Reiser zwei Konzerte in Ostberlin, zu denen die FDJ eingeladen hatte.

Reisers sechste und letzte Soloplatte hieß Himmel und Hölle. Reiser schrieb und führte die meisten seiner Lieder allein auf, auch wenn er manchmal von seinem alten Freund R.P.S. Lanrue unterstützt wurde.

Seine bekanntesten Werke als Einzelinterpret: König von Deutschland, Junimond

Reiser war auch parteipolitisch aktiv. Während er 1983/1984 noch für die Grünen in den Wahlkampf zog, trat er nach der Wende der PDS bei, wodurch sich manche Radiostationen weigerten, seine Musik zu spielen, der Musiksender VIVA indizierte ihn.

Am 20. August 1996 stirbt Rio Reiser nach einem Herz-Kreislauf-Kollaps in Verbindung mit inneren Blutungen.


Weblinks
http://www.rioreiser.de/
http://www.riolyrics.de/
http://www.laut.de/wortlaut/artists/r/reiser_rio/biographie/index.htm
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